Los ging es, wie fast immer bei Ironman-Rennen üblich, sehr früh. Um 04:30 Uhr klingelte der Wecker, schnell das bereits am Vorabend geschmierte Baguette mit Honig und die Waffeln gegessen und ab zum Startbereich. Der lag vom Hotel circa 4 km entfernt, so daß ein Taxi herhalten mußte.

In der Wechselzone angekommen wurde das Rad aufgepumpt, alle Lauf- wie Radutensilien im Wechselbereich untergebracht und die Verpflegung ein letztes Mal gecheckt. Beim kurzen Kleidercheck aber … was war das? Ist da etwa ein Loch in meinem Wettkampf-Einteiler? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Und auch noch an welcher Stelle … Hinten blankgezogen nennt man das wohl. Was eine Scheiße und nur noch eine halbe Stunde, bis die Wechselzone schließt und eine dreiviertel Stunde bis zum Start. Unmöglich, hier noch einen neuen Wettkampfanzug herzubekommen. Also ab zu den Radmechanikern. „Habt ihr Sicherheitsnadeln?“ – „Nein, nur Tape“. Ok, besser als nichts, im Panikmodus versucht, das Loch zuzukleben. Leider sind die Einteiler so eng, daß jeglicher Versuch scheiterte und das Tape sehr schnell aufgebraucht war. Also wieder zurück zu den Mechanikern, neues Tape holen … noch 10 Minuten bis zum Start. Aber wie geil, einer der Mechaniker hatte Sicherheitsnadeln besorgt. Puh, was ein Drama … zum Glück sind die Menschen hier so nett. Das Ergebnis seht ihr rechts. Hat bombenfest gehalten.

So, ab zum Schwimmstart. Neuerdings wird im sogenannten „Rolling Start“ gestartet, das heißt, es gibt keinen Massenstart mehr im Wasser, sondern die Athleten gehen nach und nach ins Wasser und die Zeit beginnt erst zu messen, sobald man über die Start-Matte gelaufen ist. Also ab ins Wasser, gefühlte 32 Grad Wassertemperatur und natürlich Neo-Verbot, ist klar. Man soll es kaum glauben, aber auch im Wasser kann man überhitzen. Daher lieber das Rennen erstmal defensiv angehen, was sich natürlich negativ auf die Schwimmzeit auswirkt. Aber besser als komplett hochzugehen. Nach 37:04 Minuten hatte ich die 1,9km im Wasser hinter mich gebracht, mehr schlecht als recht, aber der Großteil des Wettkampfes lag ja noch vor mir. Also mit Dampf in die Wechselzone und ab auf’s Rad.

Endlich Radfahren. Meine Lieblingsdisziplin. Zu Absolvieren waren zwei Runden à 45km. Zeitfahrhelm auf, die Welt um einen herum ausschalten und einfach nur in die Pedale treten. Die erste Runde lief recht gut, nach 1:05:09h war ich schon wieder am Wendepunkt. Die Temperaturen hielten sich auch in Grenzen, so daß man ordentlich Druck machen konnte. Doch im Laufe der zweiten Runde (so gegen 9:00 Uhr) wurde es doch zunehmend wärmer und ich ließ ein bißchen nach, um nicht zu überpacen, schließlich stand ja noch ein kleines Läufchen zum Schluß an. Mit der zweiten Runde in 1:06:35h und einem Gesamtschnitt von 41 km/h erreichte ich nach 2:11:44h die Wechselzone zum abschließenden Halbmarathon. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich in meiner Alterklasse von Position 23 auf 1 vorgekämpft. Eine aussichtsreiche Position …

Aber dann … tja,so ist es halt, wenn man verletzungsbedingt in den letzten 4 Wochen nur 50km Laufen trainieren konnte. Einbruch extrem, kaum einen Fuß vor den anderen bekommen. Und die Hitze, mittlerweile unerträglich geworden, tut ihr Übriges dazu. Zum Glück waren alle 1,5km Verpflegungsstationen mit viel Eiswasser, kalten Schwämmen, Cola und isotonischen Getränken aufgebaut. Die ersten 10 Kilometer habe ich mich von Station zu Station geschleppt, an jeder ungefähr ne halbe Minute stehen geblieben, um sich irgendwie ein bißchen zu regenerieren. In der Zwischenzeit war natürlich mein erster Platz passé, ein Podiumsplatz in weite Ferne gerückt.

Aber immer, wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her … nach 10km kam die zweite Luft, endlich. Die Pausen an den Verpflegungsstationen wurden kürzer, die Geschwindigkeit immer höher. Zum Vergleich: Auf den ersten 10,5 Kilometern war ich 53:16 Minuten unterwegs, für die zweiten 10,6 Kilometer gerade einmal 47:49 Minuten. Mit einem breiten Grinsen und großer Erleichterung ging es dann über die Ziellinie, wo mich meine zwei Cousinen Tanja und Marion und deren Freundin Julia nochmal ordentlich anfeuerten und empfingen. Puh, mal wieder eine Mitteldistanz geschafft. Und noch viel geiler war die Nachricht, daß es doch noch für einen Podiumsplatz in der Altersklasse gereicht hatte. Platz 3.

Gesamtzeit:

Schwimmen:

Radfahren:

Laufen:

4:35:38 Stunden

37:04 Minuten

2:11:44 Stunden

1:41:07 Stunden